Neodym
Die Trennung von Neodym gelang erstmals Baron Auer von Weisbach im Jahre 1885.
Namensbedeutung: neos (grch.): neu; didymos (grch.): Zwilling (engl.: neodymium)
Allgemein: Im Jahre 1885 gelang dem Österreicher Baron Auer v. Welsbach die Abtrennung von Neodym- und Praseodymoxid. Die erste Reindarstellung gelang allerdings erst 40 Jahre später. Neodym ist eines der stärker reaktiven Elemente der Lanthanide-Gruppe. Es oxidiert rasch an der Luft. Dies führt zur Bildung einer Oxidschicht, die schnell absplittert und frisches Metall freigibt. Das Metall reagiert langsam mit kaltem Wasser
und rasch mit heißem. Man findet Neodym in Orthit und Monazit (CePO4), einem Mineral, das eine der wichtigsten Quellen seltener Erden und von Thorium ist. Die Häufigkeit von Neodym in der Erdkruste beträgt 38 ppm. Die Verwendungsmöglichkeiten für Reinneodym sind eingeschränkt, es wird jedoch in Legierungen eingesetzt, um Dauermagnete und Feuersteine herzustellen. Zudem wird es als Zusatzstoff zu Glasmaterialien für Festkörper-Laser und Lichtverstärker verwendet.
Eigenschaften:Neodym ist ein silbrig-weißes Metall. Bei Kontakt mit Luft verfärbt es sich rasch gelblich. Mit warmen Wasser reagiert es schnell unter Freisetzung von Knallgas. Von dem Element sind zwei Modifikationen bekannt: hexagonales und kubisch-raumzentriertes Gitter (ab 860° C). Die wichtigste Verbindung des Elements ist ein stabiles, in Wasser unlösliches 3-wertiges Oxid.
Isotope: Von Neodym sind insgesamt sieben stabile, natürliche Isotope bekannt, von denen Nd-142 (27,1%), Nd-144 (23,8%) und Nd-146 (17,2%) die häufigsten sind. Daneben gibt es 19 Radionuklide des Elements mit Halbwertszeiten zwischen 11 Tagen und wenigen Sekunden.
Verwendung: Jährlich werden ungefähr 2900 Tonnen des Stoffes gefördert. Neodym wird in Legierungen für Dauermagneten (siehe NDFeB), in Speziallasern, zur Färbung von Gläsern und Emaillen, in astronomischen Absorptionsfiltern sowie in Farbfernseherröhren eingesetzt.